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Gründung der Gemeinschaft

Wie die Gemeinschaft Emmanuel entstand

Anfänge in Deutschland

Wie die Gemeinschaft nach Deutschland kam

Pierre Goursat – der Gründer

Wie sich ein Filmkritiker für Christus begeisterte

Das Zeugnis der Familie Rugamba

Wie der Glaube stärker als die Angst sein kann

Die Gründung der Gemeinschaft

Anfänge in Deutschland

Pierre Goursat – der Gründer. Wie sich ein Filmkritiker für Christus begeisterte.

Das Zeugnis der Familie Rugamba. Wie der Glaube stärker als die Angst sein kann.

Entstehung der Gemeinschaft

Pierre Goursat und Martine Lafitte

Die Gründung der Gemeinschaft

In Frankreich fing alles an: Der Pariser Filmkritiker Pierre Goursat war 58 Jahre alt und lebte bereits seit Jahren in einer tiefen Beziehung zu Gott. Er war von einer großen geistlichen Sehnsucht erfüllt und machte im Februar 1972 eine starke Erfahrung des Heiligen Geistes. Im gleichen Moment lernte er die junge Ärztin Martine Lafitte kennen, die für ihn wie eine Schwester wurde.

So begann ein Abenteuer: In aller Einfachheit gründeten die beiden einen Gebetskreis, der binnen eines Jahres von fünf Teilnehmern auf 500 anstieg. Um allen genügend Platz zu bieten, teilte sich die Gruppe auf zwei Orte auf – und blieb doch geistlich verbunden. Der Name „Emmanuel“ („Gott mit uns“) wurde ihnen geschenkt und wurde zum Programm. Manche verließen Paris und wollten doch auch an ihrem neuen Wohnort in der Dynamik von „Emmanuel“ weiter leben. So entstand die Gemeinschaft.

Mitte der 70er Jahre entdeckte die Gemeinschaft Emmanuel den französischen Wallfahrtsort Paray-le-Monial. Mit diesem Ort ist die Botschaft vom liebenden Herzen Jesu verknüpft. Paray-le-Monial entwickelte sich im Lauf der Jahre zum geistlichen Zentrum der Gemeinschaft und ist seit vielen Jahren Schauplatz großer Glaubenstreffen.

Die Gemeinschaft wurde zunächst an verschiedenen Orten auf Diözesanebene, 1998 schließlich weltweit anerkannt. Im Jahr 2009 erfolgte vom Vatikan die Anerkennung als öffentliche Vereinigung päpstlichen Rechts. Mit diesem Status ist ausgesagt, dass die Gemeinschaft dem Wohl und der Heiligung der ganzen Kirche (nicht nur ihrer Mitglieder) dient.

betende Hände

Die Anfänge in Deutschland

In Deutschland begann es wieder ganz einfach: Eine französische Studentin hatte kurz vor ihrem Umzug nach Bonn die Gemeinschaft Emmanuel kennengelernt und hielt auch auf die Entfernung hin den Kontakt. Ihr schlossen sich zwei junge Deutsche an – einer davon wurde später ihr Mann. Zur gleichen Zeit entstand in Würzburg ein zartes Pflänzchen.

Jugendwochenenden, Ehe-Kurse und Wallfahrten nach Paray-le-Monial ließen die Gemeinschaft langsam anwachsen. Als erste deutsche Diözese erkannte das Erzbistum München und Freising 1988 die Gemeinschaft Emmanuel an, andere Diözesen folgten. 1992 wurde der erste deutsche Priester für die Gemeinschaft Emmanuel geweiht. In den 90er Jahren entstand auch eine erste Hausgemeinschaft von gottgeweihten Frauen.

Auf dem Weg zum Weltjugendtag machten Jugendliche, die mit der Gemeinschaft Emmanuel unterwegs waren, Station in Altötting. Aufgrund der guten Erfahrungen ermutigte der Bürgermeister des bayerischen Wallfahrtsorts die Gemeinschaft, häufiger Treffen zu veranstalten. 1996 fand daraufhin ein erstes Jugendforum statt, an dem rund 1.000 Jugendliche teilnahmen. Inzwischen ist das Forum gewachsen, sodass heute bis zu 2.000 Personen – Familien, Singles, Teens, Jugendliche, Priester, Gottgeweihte – daran teilnehmen. 1996 zog auch die Evangelisationsschule der Gemeinschaft von Birkenstein nach Altötting um.

Heute zählt die Gemeinschaft Emmanuel in Deutschland rund 400 Mitglieder, davon 18 Priester und 14 Frauen auf dem Weg des geweihten Lebens.

Pierre Goursat

Der Gründer Pierre Goursat

Der Gründer der Gemeinschaft Emmanuel, Pierre Goursat, wurde am 15. August 1914 in Paris geboren. Im Alter von 19 Jahren erlebte er eine starke Bekehrung, in deren Folge er ganz für Christus brannte. Er lernte den Pariser Kardinal Emmanuel Suhard kennen, mit dem er die Sehnsucht teilte, den Menschen Christus zu verkünden. Suhard wurde ihm geistlicher Wegbegleiter und bestätigte auch die Berufung Pierres, in der Welt gottgeweiht zu leben. Dies tat er in aller Einfachheit und Diskretion. Pierre Goursat arbeitete im Bereich der Kultur – viele Jahre lang war er Filmkritiker. Geistlich lebte er aus der eucharistischen Anbetung (was im Paris dieser Zeit äußerst ungewöhnlich war) und suchte nach Wegen der Evangelisation.

Anfang der 70er Jahre spürte er, dass eine Veränderung anstand und zog sich aus dem Berufsleben zurück. Gleichzeitig lernte er die charismatische Erneuerung kennen und war voller Erwartung, wohin Gott ihn führen würde. Zu diesem Zeitpunkt war er 58 Jahre alt und damit in einem Alter, in dem andere sich innerlich zur Ruhe setzen. Im Februar 1972 machte er die Erfahrung der Geistausgießung und lernte die junge Ärztin Martine Lafitte (heute Martine Catta) kennen, mit der er sich durch die gemeinsame Erfahrung wie mit einer Schwester verbunden fühlte. Gemeinsam gründeten sie einen Gebetskreis … und daraus entstand schließlich die Gemeinschaft Emmanuel, die er von 1973 bis 1985 leitete.

Gleichzeitig hatte er eine große Liebe für die „Armen“ – Menschen aus schwierigen Verhältnissen, Obdachlose, Drogensüchtige, Menschen, die vom Leben verletzt sind. Pierre Goursat war kein großer Redner und oft auch durch seine fragile Gesundheit geschwächt. Seine besondere Gabe war die der Unterscheidung. Viele Menschen suchten seinen Rat, um den Weg für ihr Leben klarer zu sehen. In den letzten Lebensjahren widmete er sich im Verborgenen mit Inbrunst dem Gebet. Er konnte sich lange Zeit betend mit Jesus vereinigen. Der Gemeinschaft Emmanuel stand er weiterhin mit seinem Rat zur Seite, mischte sich aber nicht in Leitungsfragen ein.

Als er am 25. März 1991 starb und bald darauf beerdigt wurde, waren viele über die große Anteilnahme verwundert. Kardinal Jean-Marie Lustiger, Erzbischof von Paris, leitete die Beerdigung. Mehr als tausend Menschen nahmen daran teil. Er wurde in Paray-le-Monial, dem geistlichen Zentrum der Gemeinschaft Emmanuel, bestattet. Im Jahr 2010 wurde das Seligsprechungsverfahren für ihn eröffnet.

 

Weiterführende Informationen, Zeugnisse, Zitate und Vorträge von und über Pierre Goursat gibt es auf einer eigenen Webseite:
www.pierregoursat.de

Gebet um die Seligsprechung

Herr Jesus, wir bitten Dich um die Seligsprechung von Pierre Goursat. Von großer Sehnsucht für das Heil der Seelen und großer Liebe für die Kirche beseelt, hat er voller Glauben und Hoffnung für ihre geistliche und apostolische Erneuerung gewirkt.

O Herr, gewähre uns auf seine Fürsprache die Gnade Dir ganz und gar zu vertrauen, Dir großherzig zu dienen und Deinen Willen zu tun. Schenke uns ein Herz, offen für die Anbetung und überfließend von Mitleiden für alle Menschen. Entzünde uns mit dem Feuer der Liebe für die Evangelisierung der Welt.

Auf die Fürsprache des Dieners Gottes Pierre Goursat bitten wir Dich inständig, o Herr, gewähre allen unseren Brüdern und Schwestern zahlreiche Gnaden der Mitmenschlichkeit, insbesondere Gnaden, um den Armen und „vom Leben Verletzten“ beizustehen, die Bedrückten zu trösten, die Schwachen zu stärken, die Kranken zu heilen. Wir vertrauen Dir im Besonderen … an.

Herr Jesus Christus, wir bitten Dich, offenbare allen, die von Dir entfernt sind, oder die Dich noch nicht kennen die grenzenlose Liebe Deines gütigen und demütigen Herzens.

Cyprien und Daphrose Rugamba

Cyprien und Daphrose Rugamba

Cyprien (1935-1994) und Daphrose (1944-1994) Rugamba, die Gründer der Gemeinschaft Emmanuel in Ruanda, hatten es zu Beginn ihrer Ehe nicht leicht miteinander. Der intellektuelle und gefeierte Künstler (Musiker, Sänger, Choreograph) Cyprien schien so gar nicht zu der tiefgläubigen Daphrose zu passen und hatte sie anfangs sehr schlecht behandelt. 17 Jahre lang hielt sie ihm in allen Turbulenzen ihrer Ehe die Treue, hörte nicht auf, für ihn zu beten und integrierte später sein außereheliches Kind in die Familie.

1982 erkrankte Cyprien und erlebte in der Folge eine tiefgreifende Bekehrung. Gerade im sensibelsten Punkt, in ihrem Eheleben, wurde die Veränderung Cypriens so sichtbar, dass sie nach außen ausstrahlte und viele Menschen beeindruckte. Viele bezeugen ihre Einfachheit, Feinfühligkeit im Umgang miteinander und ihre Verfügbarkeit. Ihre eigene schmerzliche Erfahrung brachte sie dazu, sich besonders im Bereich der Ehepastoral zu engagieren. Ein intensives Glaubensleben im Rahmen der charismatischen Erneuerung und verschiedener Gebetsgruppen begann. Sie lebten ihren Alltag ganz mit Gott und bewahrten sich auch in vielen Schwierigkeiten die Freude und die Dankbarkeit.

1989 lernten sie in Frankreich die Gemeinschaft Emmanuel kennen und gründeten sie 1990 in Ruanda. Heute ist Ruanda mit mehr als 1.000 Gemeinschaftsmitgliedern das zweitstärkste Land (nach Frankreich). Cyprien und Daphrose sahen die Not in ihrem Land und schufen Anlaufstellen für vernachlässigte Waisenkinder, woraus später das Straßenkinderzentrum CECYDAR (Centre Cyprien & Daphrose Rugamba) entstand.

Die zunehmenden ethnischen Spannungen beunruhigten sie, und sie setzten sich offen für Versöhnung und ein friedliches Miteinander ein. Cypriens Bekanntheitsgrad und sein öffentliches Auftreten für den Frieden führten dazu, dass sie wenige Stunden nach dem Beginn des Genozids am Morgen des 7. April 1994 zusammen mit sechs ihrer zehn Kinder ermordet wurden.

Am 17. September 2015 wurde das Seligsprechungsverfahren für sie und die ermordeten Kinder eröffnet.

Weiterführende Informationen gibt es auf einer eigenen französischsprachigen Website:
https://emmanuel.info/cyprien-daphrose-rugamba

Gebet um die Seligsprechung

Vater im Himmel, wir bitten Dich um die Seligsprechung der Diener Gottes Cyprien und Daphrose Rugamba.

Gib, dass wir, wie sie, einen unablässigen Eifer für die Anbetung haben, ein Herz, das aus Liebe zu Dir brennt und ein tätiges Mitleiden für alle, die leiden.

Hilf uns, dass wir uns selbstlos im Dienst der Evangelisation der Familien und der Armen hingeben.

Gemeinsam mit Cyprien und Daphrose vertrauen wir Dir besonders alle Paare an, die Schwierigkeiten in ihrer Ehe haben und jene, die ihren Feinden nur schwer vergeben können.

Wir bitten Dich: Mach uns zu Werkzeugen Deines Friedens.

Auf die Fürsprache der Diener Gottes Cyprien und Daphrose bitten wir Dich nach Deinem Willen für N. N.

Herr, schenke uns den Frieden und die Gnade, um die wir Dich im Glauben bitten. Amen.